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Der amtierende Deutsche Meister der Floristen im Interview

Stephan Triebe ist amtierender Deutscher Meister der Floristen. Im Jahr 2016 konnte er mit seiner Kreativität die Jury in den Potsdamer Platz Arkaden in Berlin begeistern. Im Interview gibt er Tipps und motiviert die Finalisten 2018 zu Höchstleistungen.

Interview mit Stephan Triebe

Vor  knapp zwei Jahren haben Sie sich auf die Deutschen Meisterschaft vorbereitet. Welche Erinnerungen haben Sie aus der Vorbereitungszeit und welche Tipps können Sie unseren Teilnehmern für die letzten Vorbereitungstage geben?

Verliert nicht die Nerven und haltet an euren Ideen fest. Lest euch genau die Ausschreibung durch, insbesondere auch die technischen Vorgaben, um nicht unnötig Punkte zu verlieren. Lasst euch außerdem nicht von kleinen Hindernissen von eurem Ziel abbringen, wenn bspw. das eine oder andere nicht funktioniert oder ihr eure bestellte Ware nicht bekommt, es findet sich immer eine Lösung oder eine Alternative, die sicher genau so gut ist. Probiert noch einmal so viel wie möglich aus, damit ihr nicht während des Wettbewerbs unerwartete Überraschungen erlebt. Ist alles stabil? Läuft kein Wasser aus? Schafft ihr es, in der vorgebenen Zeit euer Werkstück fertig zu stellen? Holt euch zuverlässige Helfer, die euch zur Seite stehen. Diese sind genauso wichtig wie
ihr selbst, vorab und auch vor Ort in Berlin. Bleibt euch und eurem Stil treu und verstellt euch nicht! Zeigt der Jury eine möglichst große Vielfalt eures Könnens.

Was hat Ihnen bei der Meisterschaft 2016 am meisten Spaß bereitet?

Ich fand es spannend, sich so intensiv mit einem Thema auseinander zu setzen
und die dazu passenden, außergewöhnlichen Werkstücke zu planen. Dann war da natürlich der Adrenalinkick, während ich live vor Publikum meine Werke gefertigt habe. Unglaublich toll war es, danach das positive Feedback der Besucher zu bekommen.

Welche Tipps können Sie unseren Teilnehmern für die Arbeit während des Wettbewerbs geben?

Habt einfach Spaß und genießt die Zeit. Lasst euch nicht durch Blicke nach links und rechts beirren. Seid konzentriert und fokussiert. Für mich war es wichtig, mir für jede Arbeit vorab einen kurzen Zeitplan zu machen. Wann muss ich den Strauß abbinden? Wann anschneiden, damit alle Stiele mit Wasser versorgt werden können? Wann in die Schale stellen? Ein Kontrollblick auf die Uhr hilft dabei, sich nicht zu verzetteln.
Achtet außerdem auf ein harmonisches Miteinander.

Würden Sie bei einer erneuten Teilnahme etwas anders machen als vor zwei Jahren?

Tatsächlich nicht. Ich war bzw. bin jetzt nach zwei Jahren immer noch sehr zufrieden mit dem, was ich in Berlin gezeigt habe. Das wäre ich auch, wenn ich nicht gewonnen hätte.
Ich finde, meine Werkstücke hatten Wiederkennungswert und waren besonders. Auch wenn ich mir heute die Bilder ansehe, muss ich sagen: wirklich gut gemacht, coole
Arbeiten.

Was hat sich seit der Siegerehrung für Sie beruflich verändert?

So einiges! Viele Leute interessieren sich nun für mich und meine Arbeit. Ich werde viel gebucht, für coole Jobs, Seminare, Bühnenshows oder Fotoshootings. Diese Dinge hätte ich sicher ohne die Teilnahme nicht erleben dürfen, zumindest nicht in  diesem Umfang. Ich bin dadurch auch routinierter und sicherer geworden, wohl auch ein Stück
selbstbewusster. Trotzdem bin ich der alte geblieben und muss mich immer noch an den Trubel gewöhnen – dass viele Berufskollegen mich erkennen, ansprechen, über mich Bescheid wissen. Aber ich habe auch Blut geleckt und will an weiteren Wettbewerben teilnehmen, deswegen auch die Bewerbung für den Fleurop-Interflora World Cup 2019 in Philadelphia. Ich freu mich sehr darauf, Deutschland dort vertreten zu können.